Zahnarztpraxis
Dr. Roman Kudella
Hermann-Albertz-Str. 111
46045 Oberhausen

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Ausfahrt Oberhausen-Zentrum, am Ende der Ausfahrt links auf die Konrad-Adenauer-Allee abbiegen, nach ca. 3,4 km rechts in die Hermann-Albertz-Str. abbiegen, unmittelbar hinter der Ampelkreuzung Wörthstr. befindet sich linkerhand der Parkplatz des Penny-Marktes

Der Parkplatz des Penny-Marktes ist f√ľr jedermann zug√§nglich, es kann hier 90 Minuten kostenlos geparkt werden.

Die Praxis befindet sich in dem Gebäude, das rechterhand des Parkplatzes unmittelbar an der Hermann-Albertz-Str. liegt.


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News

Barmer-Zahnreport 2021: Kreidezähne

Mindestens 450.000 Kinder in Deutschland haben sogenannte Kreidez√§hne, die behandelt werden m√ľssen. Das entspricht rund acht Prozent aller Sechs- bis Zw√∂lfj√§hrigen, die unter gelblich oder br√§unlich verf√§rbten, por√∂sen und beim Putzen schmerzenden Z√§hnen leiden. Das geht aus dem aktuellen Zahnreport der Barmer hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Den Ergebnissen zufolge gibt es einen erkennbaren Zusammenhang zwischen Medikamenten und der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH), umgangssprachlich Kreidez√§hne genannt. ‚ÄěKinder haben h√§ufiger Kreidez√§hne, wenn sie in den ersten vier Lebensjahren bestimmte Antibiotika erhalten haben. Vor diesem Hintergrund muss erneut auf deren verantwortungsvollen und indikationsgerechten Einsatz hingewiesen werden. Antibiotika sind ohne jeden Zweifel segensreich. Doch die Pr√§misse lautet auch hier, so viel wie n√∂tig und so wenig wie m√∂glich‚Äú, sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Prof.  Dr. Christoph Straub. Bisher sei √ľber die Entstehung der Kreidez√§hne nur wenig bekannt. Das mache sie besonders t√ľckisch. Die Ern√§hrung habe auf deren Entstehung wahrscheinlich keinen Einfluss. Regelm√§√üiges Z√§hneputzen k√∂nne Kreidez√§hne nicht verhindern, da die Z√§hne bereits gesch√§digt durchbrechen. Somit sei Pr√§vention nahezu unm√∂glich. F√ľr die Eltern betroffener Kinder sei das eine wichtige Botschaft. Sie haben nichts falsch gemacht!
Zusammenhang von Antibiotika und Kreidezähnen

√úber m√∂gliche Ursachen der Kreidez√§hne werde viel diskutiert, und es best√ľnden verschiedene Hypothesen dazu, so Straub weiter. Hier werde auch das m√∂gliche Zusammenwirken von Arzneimitteln und Kreidez√§hnen diskutiert. Der Zahnreport habe vor diesem Hintergrund unterschiedliche Gruppen von Medikamentenverordnungen bei Kindern mit und ohne Kreidez√§hnen untersucht. Dabei seien auch unterschiedliche Antibiotika gepr√ľft worden, die etwa bei Atem- oder Harnwegsinfekten zum Einsatz k√§men. Hier zeige sich, dass Kinder mit Kreidez√§hnen in den ersten vier Lebensjahren h√§ufig angewendete Antibiotika bis zu etwa zehn Prozent mehr verschrieben bek√§men als Gleichaltrige ohne Kreidez√§hne. ‚ÄěDie Verordnung von Antibiotika steht in einem erkennbaren Zusammenhang mit dem Auftreten von Kreidez√§hnen. Allerdings ist noch unklar, wie dieses Zusammenwirken genau funktioniert. Hier sind weitere Untersuchungen erforderlich‚Äú, sagte Straub. Bei der Antibiotikavergabe sei man bereits auf einem guten Weg. So habe sich die verordnete Antibiotikagabe bei Kindern bis f√ľnf Jahren zwischen den Jahren 2005 und 2019 mehr als halbiert. Im vergangenen Jahr sei die Menge noch einmal deutlich gesunken, wohl auch deswegen, weil die Abstands- und Hygieneregeln w√§hrend der Corona-Pandemie zu weniger sonstigen Infektionen gef√ľhrt h√§tten.
Mädchen haben häufiger Kreidezähne als Jungen

Neben der Ursachenforschung hat der Barmer-Zahnreport eine Bestandsaufnahme zum Ph√§nomen der Kreidez√§hne gemacht. Betroffen sind demnach h√§ufiger M√§dchen als Jungen. Zwischen den Jahren 2012 bis 2019 hatten 9,1 Prozent der M√§dchen und 7,6 Prozent der Jungen eine so schwere Form der Kreidez√§hne, dass sie in zahn√§rztlicher Behandlung waren. Dar√ľber hinaus bekommen Kinder vergleichsweise selten Kreidez√§hne, wenn die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt noch sehr jung oder schon √§lter als 40 Jahre alt war. Barmer-versicherte M√ľtter haben dagegen gut doppelt so h√§ufig Kinder mit Kreidez√§hnen, wenn sie zum Zeitpunkt der Geburt zwischen 30 und 40 Jahre alt waren. ‚ÄěObwohl Kreidez√§hne neben Karies die h√§ufigste Zahnerkrankung bei Kindern sind, steht die Forschung dazu noch am Anfang.
Wir haben in unseren Analysen verschiedene Zusammenh√§nge gefunden. Die zugrundeliegenden Mechanismen und Kausalit√§ten k√∂nnen mit Abrechnungsdaten allein allerdings nicht aufgekl√§rt werden. Dazu bedarf es weiterer Forschung. In Kenntnis der Ursachen k√∂nnten zuk√ľnftig dann auch endlich pr√§ventive Ma√ünahmen m√∂glich werden‚Äú, sagte Prof.  Dr. Michael Walter, Autor des Barmer-Zahnreports und Direktor der Poliklinik f√ľr Zahn√§rztliche Prothetik an der Medizinischen Fakult√§t Carl Gustav Carus der Technischen Universit√§t Dresden.
Massive regionale Unterschiede beim Auftreten von Kreidezähnen

Den Ergebnissen des Reports zufolge gibt es beim Auftreten von Kreidez√§hnen nicht nur soziodemographische, sondern auch gro√üe regionale Unterschiede. Bundesweit schwanken die Betroffenenraten bei Kindern auf Stadt- und Kreisebene demnach zwischen drei und 15 Prozent. Auch auf Bundeslandebene sind die Unterschiede noch betr√§chtlich. Sie reichen von 5,5 Prozent in Hamburg bis hin zu 10,2 Prozent in Nordrhein-Westfalen. ‚ÄěDie deutlichen regionalen Unterschiede beim Auftreten von Kreidez√§hnen k√∂nnen wir noch nicht plausibel erkl√§ren. Hier sollte man nicht √ľberinterpretieren‚Äú, sagte Walter.

22.06.2021 DGA | Quelle: Barmer

Wie Fluoride Kinderz√§hne sch√ľtzen

Zahnkaries ist eine der h√§ufigsten Gesundheitsst√∂rungen von Kindern auf der ganzen Welt. Bei diesem langsam fortschreitenden Verfall der harten Zahnsubstanzen bilden bestimmte Mundbakterien aus Kohlenhydraten organische S√§uren, die den harten Zahnschmelz aufl√∂sen und L√∂cher in die Z√§hne fressen k√∂nnen. Dabei f√∂rdern in erster Linie Zucker, S√ľ√üigkeiten und zuckerhaltige Getr√§nke, z. B. in Nuckel-Fl√§schchen, den Zahnverfall, berichtet die Stiftung Kindergesundheit in ihrer aktuellen Stellungnahme.

Die wissenschaftlichen Gesellschaften von Zahnärzten und Kinder- und Jugendärzten weisen immer wieder auf die drei Säulen der Zahngesundheit hin:

‚ÄĘ Auf zahngesunde Ern√§hrung (vor allem mit Verzicht auf S√ľ√ües zwischendurch),

‚ÄĘ auf regelm√§√üiges Z√§hneputzen schon bei √§lteren S√§uglingen und Kleinkindern, und

‚ÄĘ auf den Einsatz von Fluoriden.

‚ÄěAn der sch√ľtzenden Wirkung dieser nat√ľrlichen Salze aus der Erdkruste gibt es aus wissenschaftlicher Sicht keine Zweifel‚Äú, betont Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. ‚ÄěFluoride h√§rten den Zahnschmelz und machen die Z√§hne widerstandsf√§higer. Sie hemmen gleichzeitig die Ansiedlung und den Stoffwechsel von Bakterien im Zahnbelag und sch√ľtzen so den Zahnschmelz vor Zerst√∂rung. Deshalb empfehlen wir Kinder- und Jugend√§rzte in gro√üer Einm√ľtigkeit mit Zahn√§rzten und Ern√§hrungsexperten die Anwendung von Fluoriden schon f√ľr Babys, Kleinkinder und Vorschulkinder zur Vorbeugung gegen Karies‚Äú.

Zu viel des Guten ist nicht gesund

Wie so oft, gilt aber auch hier: Zu viel des Guten ist nicht gesund. Nimmt ein Kind zu viele Fluoride auf (z.B. weil es immer wieder große Mengen von fluoridhaltiger Zahncreme beim Zähneputzen schluckt), können auf den Zähnen weißliche bis gelblich-braune Verfärbungen entstehen. Manchmal sind nur schmale, weiße Linien zu sehen, in anderen Fällen dagegen kalkige, bräunliche Flecken. Die Verfärbungen werden als Zahnfluorose, Schmelzfluorose oder Dentalfluorose bezeichnet.

Um diese meist harmlose, aber unter Umst√§nden kosmetisch st√∂rende Verf√§rbungen zu vermeiden, und gleichzeitig einen optimalen Schutz vor Karies zu erzielen, haben jetzt wissenschaftliche Gesellschaften von Kinder- und Jugend√§rzten, Zahn√§rzten und Ern√§hrungswissenschaftlern mit dem bundesweiten Netzwerk ‚ÄěGesund ins Leben‚Äú gemeinsame Handlungsempfehlungen zur Kariespr√§vention im S√§uglings- und fr√ľhen Kindesalter erarbeitet.

Die empfohlenen Fluoridmengen sollen wirksam und zugleich sicher sein. Aus diesem Grund enthalten die neuen Handlungsempfehlungen zum ersten Mal nicht nur abstrakte Dosierungsangaben f√ľr die Zahncreme in Milligramm-Mengen, sondern f√ľr alle Eltern verst√§ndliche und bildhafte Mengenangaben, abgestimmt nach Altersstufen:

Von der Geburt bis zum Durchbruch der Milchz√§hne Babys sollten bis zum Durchbruch des ersten Milchzahns t√§glich ein Kombinationspr√§parat aus Fluorid und Vitamin D in Tablettenform erhalten. Das Vitamin D sch√ľtzt das Kind vor der gef√§hrlichen Knochenerweichung Rachitis. Professor Berthold Koletzko: ‚ÄěMit der Einnahme dieser Tablette kann die empfohlene und sichere Dosis von Fluorid am zuverl√§ssigsten eingehalten werden‚Äú.

Vom Durchbruch der Milchz√§hne bis 12 Monate Zus√§tzlich zur Fluoridtablette sollten die Eltern von den ersten Z√§hnchen an das Kind allm√§hlich und spielerisch an das Z√§hneputzen heranf√ľhren, damit das Kind es gern geschehen l√§sst und sich an ein regelm√§√üiges Z√§hneputzen gew√∂hnt.
Wichtig: Fluoridhaltige Tabletten sollten nicht mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta kombiniert werden!

Die neuen Handlungsempfehlungen bieten dazu zwei Vorgehensweisen an:

‚ÄĘ Bekommt das Kind weiterhin die kombinierte Tablette aus Fluorid und Vitamin D, sollten die Z√§hne entweder ohne Zahnpasta oder nur mit einer geringen Menge Zahnpasta ohne Fluorid geputzt werden.

‚ÄĘ Die zweite M√∂glichkeit: Die Rachitis-Prophylaxe wird mit einer t√§glichen Tablette Vitamin D ohne Fluorid fortgef√ľhrt und die Z√§hne des Kindes bis zu zweimal t√§glich mit einer sehr geringen Menge einer Kinderzahnpasta mit Fluorid (mit 1.000 ppm Fluorid) geputzt. Doch Achtung: wenn diese Option gew√§hlt wird, ist genau darauf zu achten, lediglich eine ‚Äěreiskorngro√üe‚Äú Menge (also h√∂chstens 0,125 Gramm Zahnpasta) zu verwenden!

‚ÄěWird eine Zahnpasta mit Fluoridzusatz verwendet, ist eine genaue Dosierung der empfohlenen Zahnpastamenge entscheidend, um eine zu hohe Fluoridaufnahme und unerw√ľnschte Wirkungen zu vermeiden‚Äú, betont Professor Dr. Berthold Koletzko mit gro√üem Nachdruck. ‚ÄěBabys und Kleinkinder k√∂nnen Zahnpasta n√§mlich noch nicht ausspucken und verschlucken deshalb einen gro√üen Teil. Hinzu kommt die Gewohnheit vieler Eltern in Deutschland, beim Putzen der Z√§hne ihres Kindes reichlich Zahnpasta zu verwenden, oft mehr als das Vierfache der empfohlenen Mengen. Beim zweimal t√§glichen Putzen k√∂nnen so zu gro√üe Mengen an Fluoriden im Kindermagen landen.‚Äú

12 bis 24 Monate: ‚ÄěReiskorngro√üe‚Äú Menge genau dosieren! Es bleibt auch jetzt beim zweimal t√§glichen Putzen mit einer reiskorngro√üen Menge einer Kinderzahnpasta (mit 1.000 ppm Fluorid). Sie sollte von den Eltern in einer m√∂glichst korrekt dosierten Menge aufgetragen werden, um eine zu hohe Aufnahme zuverl√§ssig zu vermeiden.

W√ľnschenswert w√§re jetzt auch eine fachliche Beratung und Schulung der Familien √ľber Mundhygiene, zahnschonende Ern√§hrung, behutsame Zahnpflege und korrekt dosierte Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasta. Den geeigneten Rahmen dazu bieten die Vorsorgetermine U6 und U7 beim Kinder- und Jugendarzt sowie die zahn√§rztlichen Fr√ľherkennungs-Untersuchungen zwischen dem 13. und 24. Lebensmonat, hei√üt es dazu in den neuen Handlungsempfehlungen f√ľr das Netzwerk ‚ÄěGesund ins Leben‚Äú.

24 Monate bis 72 Monate: Nun eine ‚Äěerbsengro√üe‚Äú Menge Zahncreme In diesem Alter kommt zum morgendlichen und abendlichen Z√§hneputzen f√ľr die meisten Kinder ein weiterer Putztermin in der KiTa oder im Kindergarten hinzu. So bekommen neben den Eltern auch die dortigen Betreuungspersonen die wichtige Aufgabe, beim Putzen auf die korrekte Dosierung der Zahnpasta zu achten, n√§mlich auf eine lediglich ‚Äěerbsengro√üe‚Äú Menge.

Karies auf dem R√ľckzug, trotzdem noch viel zu tun

Dank einer guten Versorgung durch P√§diater und Zahn√§rzte und dem breiten Einsatz von Fluoridtabletten, sp√§ter fluoridierten Zahncremes, sowie der Verwendung von fluoridiertem Kochsalz im Haushalt, geht die Kariesh√§ufigkeit bei Kindern in Deutschland schon seit geraumer Zeit eindrucksvoll zur√ľck, berichtet die Stiftung Kindergesundheit erfreut. So haben 12j√§hrige Kinder heute im Mittel nur noch 0,5 kari√∂se, wegen Karies gef√ľllte oder fehlende Z√§hne. 1997 lag dieser Wert noch bei 1,7. Im internationalen Vergleich steht Deutschland damit sogar an einer Spitzenposition, was die Zahnqualit√§t von Kindern und Jugendlichen angeht. H√§ufiger sind jedoch die Milchz√§hne angegriffen, die einen viel d√ľnneren Zahnschmelz aufweisen. Eine Studie der Deutschen Arbeitsgemeinschaft f√ľr Jugendzahnpflege e. V. (DAJ) zeigte bei jedem zehnten Dreij√§hrigen (11,4 Prozent) ein behandlungsbed√ľrftiges Gebiss.

Soziales Gefälle in der Zahngesundheit
Ein erh√∂htes Kariesrisiko besteht nach allen aktuellen Studien f√ľr Kinder aus Familien mit problematischem Ern√§hrungs- und Mundhygieneverhalten und mit niedrigem sozio√∂konomischem Status, au√üerdem f√ľr Kinder mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, betont die Stiftung Kindergesundheit.

So zeigen die Ergebnisse der großen Kindergesundheitsstudie KiGGS Welle 2, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien seltener die Empfehlungen zum täglichen Zähneputzen befolgen. Auch Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund erreichen seltener das empfohlene tägliche Zähneputzen und nehmen auch seltener Fluoridsupplemente ein als Kinder aus Familien ohne Migrationshintergrund.

Werbung verf√ľhrt zu √úberdosierung

Die Einhaltung der aktuellen Handlungsempfehlungen ist keine leichte Aufgabe, betont die Stiftung Kindergesundheit. In der Werbung f√ľr Zahncreme und sogar in Aufkl√§rungsbrosch√ľren werden immer wieder ganze Zahnpasta-Str√§nge auf Zahnb√ľrsten abgebildet (vgl. Bild). Dies sei eine √ľbertriebene Darstellung, die als Vorbild zu einer √úberdosierung von Fluoriden f√ľhren kann. Au√üerdem sind die vorgeschlagenen Mengen wie ‚Äěreiskorngro√ü‚Äú (0,125 g) oder ‚Äěerbsengro√ü‚Äú (0,25 g) mit den derzeit √ľblichen Tuben von Zahncremes nicht genau abmessbar.

W√ľnschenswert w√§ren deshalb Produkte, die eine genaue Dosierung der empfohlenen H√∂chstmenge an Zahnpasta erm√∂glichen:

‚ÄĘ Tuben f√ľr Kinderzahnpasta mit einem sehr kleinen Loch, sodass nur ein sehr d√ľnner Strang (Reiskorndurchmesser) aufgetragen werden kann;

‚ÄĘ eine klare, ma√üstabsgerechte Darstellung eines Reiskorns und einer Erbse auf der Tube von Kinderzahncremes;

‚ÄĘ die feste Anbringung eines Dosierspenders an der Tube, um eine pr√§zise und richtige Dosierung zu erm√∂glichen.

Zahn√§rztinnen und Zahn√§rzte helfen, Kindeswohlgef√§hrdungen fr√ľhzeitig zu erkennen

Zahn√§rztinnen und Zahn√§rzten kommt eine entscheidende Rolle beim Erkennen h√§uslicher Gewalt zu, denn Verletzungen im Bereich von Mund, Kiefer und Gesicht geh√∂ren zu den h√§ufigsten Folgen h√§uslicher Gewalt. Auch Vernachl√§ssigung und eine Kindeswohlgef√§hrdung lassen sich h√§ufig im Mundbereich, z.B. am Mundhygienezustand, ablesen. Zahnarztpraxen werden oft als erste aufgesucht, weil Sch√§den im Kiefer- und Zahnbereich h√§ufig unbehandelt nicht ausheilen. Deshalb begr√ľ√üt die Bundeszahn√§rztekammer (BZ√ĄK) das heute verabschiedete ‚ÄěGesetz zur St√§rkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendst√§rkungsgesetz ‚Äď KJSG)‚Äú, das nun die Rolle der Zahnmedizin deutlich herausstellt.

Das Gesetz soll die mit dem Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) von 2012 geschaffenen rechtlichen Grundlagen zur Abwehr von Kindeswohlgef√§hrdungen weiterentwickeln. Mit dem Bundeskinderschutzgesetz wurde √Ąrztinnen und √Ąrzten als Berufsgeheimnistr√§gern die M√∂glichkeit einger√§umt, bei gewichtigen Anhaltspunkten f√ľr eine Kindeswohlgef√§hrdung unter bestimmten Voraussetzungen das Jugendamt zu informieren und diesem die f√ľr ein T√§tigwerden erforderlichen Daten mitzuteilen.

‚ÄěAb heute werden auch die Zahn√§rztinnen und Zahn√§rzte hinsichtlich der Meldebefugnisse ber√ľcksichtigt und k√∂nnen das Jugendamt einschalten, wenn ihnen Anhaltspunkte f√ľr die Gef√§hrdung des Wohls eines Kindes oder eines Jugendlichen vorliegen‚Äú, so BZ√ĄK-Vizepr√§sident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich. ‚ÄěDie BZ√ĄK hatte dem Bundesministerium f√ľr Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Bedeutung der Zahnmedizin in diesem Bereich und die bereits bestehenden Strukturen dargelegt. Denn der Zahn√§rzteschaft kommt eine entscheidende Rolle beim Erkennen, Dokumentieren und Melden von Anhaltspunkten f√ľr eine Vernachl√§ssigung bzw. Kindeswohlgef√§hrdung als auch von h√§uslicher Gewalt zu. Und: Die Zahn√§rzteschaft ist auf diesem Gebiet bereits seit Jahren aktiv. Es freut uns, dass diese Argumente angenommen wurden. Damit besteht Rechtssicherheit f√ľr alle Praxen.‚Äú

Die Bundeszahn√§rztekammer informiert auf ihrer Website Praxen √ľber den Umgang mit Opfern h√§uslicher Gewalt:
https://www.bzaek.de/recht/haeusliche-gewalt.html

Neben Hinweisen zum Umgang mit betroffenen Patienten sind auch juristische Einordnungen und verschiedene Unterlagen, die Dokumentation betreffend, (z.B. ein Dokumentationsbogen und ein Ablaufdiagramm f√ľr die Zahnarztpraxis) dort eingestellt.

15.06.2021 DGA | Quelle: Bundeszahnärztekammer

Neue Leistungen zur systematischen Parodontitis-Behandlung einvernehmlich beschlossen

Die Kassenzahn√§rztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) haben sich einvernehmlich auf die Bewertung der neuen Leistungen bei der systematischen Behandlung von Parodontitis und anderer Parodontalerkrankungen (PAR-Richtlinie) geeinigt. Neben der Bewertung wurden auch Leistungsbeschreibungen und Abrechnungsbestimmungen festgelegt, also die Geb√ľhrennummern des Bewertungsma√üstabes zahn√§rztlicher Leistungen (BEMA) zur Abrechnung der entsprechenden vertragszahn√§rztlichen Leistungen, die k√ľnftig in vertragszahn√§rztlichen Praxen herangezogen werden k√∂nnen. Die neuen Leistungen sollen Patientinnen und Patienten in vertragszahn√§rztlichen Praxen damit fristgerecht ab 1. Juli 2021 zur Verf√ľgung stehen.

Dr. Wolfgang E√üer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: ‚ÄěMit der aktuellen Richtlinie des G-BA zur systematischen Behandlung der Parodontitis ist der Durchbruch zu modernen wissenschaftlichen Therapieans√§tzen gelungen. Gleichzeitig wurde durch die Verabschiedung der entsprechenden Behandlungsrichtlinie gerade f√ľr vulnerable Bev√∂lkerungsgruppen ein b√ľrokratie- und barrierearmer Zugang zu einer bedarfsgerechten Versorgung dieser chronischen Erkrankung geschaffen, die besonders bei √§lteren Menschen geh√§uft in ihrer schweren Auspr√§gung auftritt. Beide Richtlinien zusammen schaffen f√ľr uns Zahn√§rzte nach langen Jahren des Stillstands die Voraussetzungen, dieser gro√üen Volkskrankheit endlich erfolgreich begegnen und die hohe Parodontitislast in Deutschland nachhaltig senken zu k√∂nnen. Zurzeit leidet jeder Zweite an einer behandlungsbed√ľrftigen Form dieser chronischen Erkrankung. Dass beide Richtlinien, ein umfangreicher Leistungskatalog und die Leistungsbewertungen fristgerecht im Konsens erarbeitet werden konnten, zeigt erneut die hohe Leistungsf√§higkeit der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen.‚Äú

Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband: ‚ÄěGesetzlich Versicherte, die an Parodontitis leiden, erhalten zahlreiche neue Kassenleistungen, um diese langwierige Erkrankung nachhaltig in den Griff zu bekommen. Ab dem 1. Juli folgt auf die zahnmedizinische Behandlung eine umfassende Parodontitis-Nachsorge von mindestens zwei Jahren. Nach aktuellem Forschungsstand werden so die besten Heilungsergebnisse erzielt und die Lebensqualit√§t kann durch die Nachsorge deutlich verbessert werden. Wir hoffen, dass diese neuen Leistungen dazu beitragen, erreichte Behandlungsergebnisse stabil zu halten und langfristig sogar die Zahl der Parodontitis-Patienten und -Patientinnen zu senken.

Besonders freut mich, dass wir als gemeinsame Selbstverwaltung weitere Regelungen einvernehmlich beschlossen haben, die gerade f√ľr vulnerable Patientengruppen die Parodontitis-Versorgung deutlich vereinfachen. Zuk√ľnftig erhalten Pflegebed√ľrftige oder Menschen mit Beeintr√§chtigungen eine Parodontitis-Behandlung ohne ein Antrags- und Genehmigungsverfahren durchlaufen zu m√ľssen. Darin enthalten ist auch die Reinigung aller Z√§hne einmal im Kalenderhalbjahr √ľber einen Zeitraum von zwei Jahren.‚Äú

Auch besonders vulnerable Patientengruppen erhalten k√ľnftig einen gleichberechtigten und barrierearmen Zugang zur Parodontitistherapie im Rahmen der vertragszahn√§rztlichen Versorgung. Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seiner heutigen Sitzung gefasst. Damit haben diese Versicherten ab Juli Anspruch auf eine modifizierte und speziell auf die Bed√ľrfnisse dieser Versichertengruppe zugeschnittene Behandlungsstrecke zur Parodontitis-Behandlung ohne Antrags- und Genehmigungsverfahren. Diese niedrigschwellige Option richtet sich vor allem an √§ltere, pflegebed√ľrftige Menschen oder Menschen mit einer Beeintr√§chtigung, bei denen die systematische Behandlung gem√§√ü PAR-Richtlinie nicht in vollem Umfang durchgef√ľhrt werden kann. Dazu z√§hlen etwa Patienten, bei denen die F√§higkeit zur Aufrechterhaltung der Mundhygiene nicht oder nur eingeschr√§nkt gegeben ist, die einer Behandlung in Allgemeinnarkose bed√ľrfen, oder bei denen die Kooperationsf√§higkeit nicht oder nur eingeschr√§nkt gegeben ist. Der Zugang zu den neuen PAR-Leistungen ist dabei unb√ľrokratisch niedrigschwellig im Rahmen Anzeigepflicht bei den Kassen ausgestaltet.

Hintergrund: Die neuen Leistungen f√ľr die systematische Behandlung der Parodontitis Der G-BA hatte im Dezember 2020 die Richtlinie zur systematischen Parodontitistherapie beschlossen. Vorausgegangen waren jahrelange fachliche Beratungen und intensive Verhandlungen unter ma√ügeblicher Beteiligung der KZBV. Auf Grundlage der Richtlinie, die den aktuellen wissenschaftlichen Stand zahnmedizinischer Erkenntnisse ber√ľcksichtigt, wird die Volkskrankheit Parodontitis k√ľnftig mit einem umfassenden, am Bedarf der Patienten ausgerichteten Ma√ünahmenprogramm bek√§mpft. Dazu geh√∂ren unter anderem eine patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung sowie ein parodontologisches Aufkl√§rungs- und Therapiegespr√§ch im Rahmen der ‚Äěsprechenden Zahnmedizin‚Äú. Diese Ma√ünahmen dienen dazu, die Mundhygienef√§higkeit und Gesundheitskompetenz der Patienten zu erh√∂hen. Mit der unterst√ľtzenden Parodontitistherapie (UPT) k√∂nnen Versicherte k√ľnftig zudem zwei Jahre nach Abschluss der aktiven Behandlungsphase eine strukturierte Nachsorge in Anspruch nehmen, um den Behandlungserfolg zu sichern.

Hintergrund: Parodontale Erkrankungen Die Parodontitis ist eine chronische Entz√ľndung des Zahnhalteapparates, die wesentlich durch bakterielle Bel√§ge auf Zahnoberfl√§chen und in den Zahnzwischenr√§umen verursacht wird. Parodontale Erkrankungen sind der Hauptgrund f√ľr den Verlust von Z√§hnen bei Erwachsenen. Nach aktuellen Berechnungen sind in Deutschland fast 12 Millionen Erwachsene von einer schweren parodontalen Erkrankung betroffen. Die Parodontitis steht zudem in Verbindung mit Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen chronischen Leiden.



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Airflow-Geräte

Pulver-Strahl-Geräte, mittels derer Verfärbungen an den sichtbaren Zahnflächen entfernt werden können, ohne dass der Zahnschmelz angegriffen wird.